traumarchiv


wir sind münchen!

Ein Projekt des
Kulturhauses Milbertshofen

mit freundlicher Unterstützung von Bezirksausschuss 11 · BMW Group · Kulturreferat · Sparda-Bank · Knorr-Bremse · Markthallen München · WENZELdruck · Stadtarchiv München


Kunst am Bau: das Traumarchiv

Beim Betreten des Kulturhauses werden die Besucher überrascht: von geflüsterten Sätzen und Wörtern, die auf orange- und magentafarbenem Grund über zwei Stockwerke zu leuchten scheinen. Die Traumfragmente auf der Glasfassade sind nur ein Teil der interaktiven Installation. Im Foyer befindet sich ein Sitzmöbel, in dem bis zu drei Personen Platz nehmen und über Lautsprecher die Träume auch anhören können. Dieses „ zufällige Hörspiel“ wird durch das verwissenschaftlichte Textarchiv im ersten und im zweiten Geschoss hinter der Glaswand vervollständigt. Hier sind die Träume auf Karteikarten schriftlich erfasst und nach Stichworten geordnet, so dass sich der Besucher, die Besucherin in verschiedene thematische Felder einarbeiten kann und gleichsam eintaucht in die Welt eigener und anderer Phantasien.

Mehr als ein Jahr hat die bildende Künstlerin Sabine Groß mit Milbertshofner Anwohnern gearbeitet, hat sie gebeten, ihre Träume aufzuschreiben, sie mit Initialen und ihrem Alter zu versehen. Diese Aufzeichnungen hat die Künstlerin redaktionell überarbeitet, katalogisiert und nummeriert. So ist eine präzis dokumentierte Traumwelt entstanden, die einlädt, die Schnittstelle zwischen Objektivität und Subjektivität, zwischen Realität und Fiktion zu überschreiten. Oder um es mit Oscar Wilde zu sagen: „Das Leben ist das, was uns passiert, wenn wir an etwas anderes denken.“

 

Milbertshofner Träume

Diese Arbeit setzt bereits im Eingangsfoyer des Kulturhauses ein markantes, Zeichen, das auch wegweisend für die inhaltliche Konzeption der Programmarbeit im Kulturhaus ist.

Die Bewohner des Satdtbezirks haben durch das Einbringen eigener Erlebnisse, mit der Schilderung eines alltäglichen Vorgangs aktiv an einem Kuntsprojekt teilgenommen, das durch eine Künstlerin in eine ästhetische Form gebracht wurde. Dieser Ansatz scheint neben anderen Zugangsweisen auch exemplarisch für viele Projekte, die bereits in den ersten fünf Jahren seit Inbetriebnahme des Kulturhauses realisiert wurden und nachfolgend auch beschrieben werden: ein partizipativer Zugang, eine Teilhabe mit der Möglichkeit zur Gestaltung.