geschichte


wir sind münchen!

Ein Projekt des
Kulturhauses Milbertshofen

mit freundlicher Unterstützung von Bezirksausschuss 11 · BMW Group · Kulturreferat · Sparda-Bank · Knorr-Bremse · Markthallen München · WENZELdruck · Stadtarchiv München


was lange währt

Milbertshofen hat ein reiches Vereinsleben. Aber immer wieder mussten sich die Vereine in der Vergangenheit auf die Suche nach neuen Versammlungsräumen machen, weil Gaststätten geschlossen und die Hinterzimmer rar wurden. Musikern fehlten Übungsräume, den Vereinen ein Ort zur Pflege der Geselligkeit und satzungsgemäßen Arbeit, allen miteinander ein zentraler Ort für Auftritte und Veranstaltungen. Milbertshofen hat weder Kino noch Theater, mit kulturellen Angeboten wurde das Viertel in der Vergangenheit nicht verwöhnt.

Ein Bürgerhaus sollte es sein: ein Ort für die Vereine, Initiativen und Institutionen aus dem Viertel, ein Haus für die Milbertshofenerinnen und Milbertshofener und mit Platz für jede Menge Kultur.

Die Forderung nach einem kulturellen Zentrum wurde erstmals in den achtziger Jahren laut. 1986 beschloss der Stadtrat den Bau eines Bürgerhauses, ein geeigneter Platz war schon gefunden: das Grundstück an der Schleißheimerstraße zwischen Piccolomini- und Keferloherstraße. Doch bis zur Eröffnung sollte es gute zwanzig Jahre dauern.

 

die ersten Jahre

Immer wieder drohte das Vorhaben an den Finanzen zu scheitern. So trieben die Neuplanungen mitunter seltsame Blüten. Mitte der neunziger Jahre kam aus dem Kulturreferat der Vorschlag, dass die Vereine sich ihr Haus doch in Eigenregie bauen könnten. Ein Abriss in der Augustenstraße sollte für das nötige Baumaterial sorgen. Jedoch fand sich für dieses Ansinnen bei den Milbertshofener Vereinen keine Mehrheit. Drei Jahre später erfolgte die öffentliche Ausschreibung und danach geschah wieder einmal lange Zeit nichts.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen und gegenüber dem Kulturreferat als Verhandlungspartner auftreten zu können, gründeten die Aktiven 1997 den „Förderverein Bürgerhaus Milbertshofen“. Dem Verein und seinem Vorstand wurde von den Mandatsträgern in Stadtrat und Landtag, den Initiatoren im Kulturreferat sowie den Mitgliedern des Bezirksausschusses Beistand und jegliche Unterstützung zugesagt. Am 7. Juni 1997 wurde im Rahmen eines Bürgerfestes feierlich eine Bautafel enthüllt, die den Milbertshofenern den Baubeginn noch im selben Jahr versprach.

Mit dem Architekturbüro Reichert, Pranschke, Maluche wurde die Bedarfsplanung erstellt und ein Raumprogramm der Hauptnutzflächen erarbeitet. Es wurde viel diskutiert, Pläne überarbeitet, die Aktenordner füllten sich – doch die Baustelle lag brach. Verunsicherung machte sich im Viertel breit. Keiner glaubte mehr an den Bau des Kulturhauses.

 

ein neuer Anlauf

Nun nahmen sich die Stadtteilpolitiker der Sache an und arbeiteten ein realisierbares wie auch finanzierbares Konzept aus. Mittlerweile war Milbertshofen Teil des Bund-/Länderprogramms „Soziale Stadt“ und „die Schaffung einer Einrichtung zur Stärkung sozialer und kultureller Aktivitäten“ vom Stadtrat bestätigtes Sanierungsziel. Im Mai 2001 war es dann soweit: Der Stadtrat fällte ein einstimmiges Votum für den definitiven Bau des Kulturhauses Milbertshofen. Baubeginn sollte im Herbst 2002, der Einzug Ende 2004 sein. Doch auch jetzt kam es noch einmal anders als geplant

Im Herbst 2001 beschloss der Stadtrat den Bau des Jüdischen Museums am St.-Jakobs-Platz. Dieses Bauvorhaben machte die Verlegung von 800 Zivilschutzräumen notwendig, als einziger Standort dafür kam das Kulturhaus an der Schleißheimer Straße in Frage. Das bedeutete für das Architekturbüro eine erneute Überplanung, gab aber den Milbertshofenern die Gewißheit, dass der Traum von „ihrem“ Kulturhaus nach bald zwanzig Jahren Wirklichkeit werden sollte.

 

ein Traum wird Wirklichkeit

2002 schließlich war es soweit. Der Grundstein für das Kulturhaus wurde gelegt, die Bauarbeiter zogen an der Schleißheimer Straße ein. Seither ging es von Monat zu Monat an der Baustelle sichtbar voran. Im Mai 2004 löste sich der „Förderverein Bürgerhaus Milbertshofen“ auf, um sich als „Trägerverein Kulturhaus Milbertshofen“ neu zu gründen. Der neue Verein hat es sich zur Aufgabe gestellt, das Kulturhaus zu einem Ort der Begegnung zu machen: zwischen den Kulturen, von jung und alt, für die Menschen aus dem Viertel und über die Grenzen des Stadtbezirks hinaus. Es soll Raum bieten für vielfältige Aktivitäten, Platz für künstlerische, kulturelle, stadtteilbezogene Veranstaltungen.

Seit Dezember 2004 wurde mit Unterstützung des Kulturreferates und des Planungsreferates im Stadtteilladen K 45 ein Büro als Knotenpunkt für alle Aktivitäten im Vorlauf des Kulturhauses eingerichtet. Dieser „Vorlauf“ war nicht nur für die bisher ausschließlich ehrenamtlich tätigen Vorstände des Trägervereins eine notwendige Entlastung, es brachte auch mit der Agentur »kultur_vergnuegen«, Struktur und professionelle Vorschläge für inhaltliche Programmarbeit und administrative Planungsvorhaben.